Unsere Englischschülerinnen Theary und Theara

Als Sozia auf dem Motorrad fuhr ich bei meinem Kambodscha-Besuch im März zusammen mit meinem langjährigen Bekannten Kearith, den ich als Fotografen angeheuert hatte, die 30 km von Sihanoukville nach Steng Hau, um die beiden Gespräche mit Theary und Theara, die ich Euch in einem vorigen Blogeintrag ja bereits angekündigt hatte, zu führen.

Auf Keariths Motorrad in Steng Hau angekommen.

Auf Keariths Motorrad in Steng Hau angekommen.

Zum Glück ist die Straße nach Steng Hau inzwischen fast durchgehend geteert. Das war bis vor einigen Jahren noch nicht so – damals war die Straße in der Regenzeit eine Schlamm- und in der Trockenzeit eine Staubwüste. Nun gibt es zwar noch bzw. schon wieder viele Schlaglöcher, aber insgesamt ist die Fahrt sehr viel leichter zu bewältigen.

Die Straße nach Steng Hau im Juli 2006

Die Straße nach Steng Hau im Juli 2006

Doch nun zu Theary. Theary ist mit 16 Jahren das älteste von drei Mädchen. Ihre Schwestern sind 7 und 6 Jahre alt. Sie lebt mit ihren Eltern gleich gegenüber von unserer Bildungshütte.

Im Gespräch mit Theary

Im Gespräch mit Theary

Theary mit ihren Eltern und der Großmutter vor dem Haus der Familie.

Theary mit ihren Eltern und der Großmutter vor dem Haus der Familie. Der Vater hat sich extra für das Foto ein Hemd angezogen, was ich sehr schade fand, denn ich hätte gern seine zahlreichen Tätowierungen auf der Brust mit auf dem Foto gehabt.

Thearys Vater ist Fischer, die Mutter arbeitet am Bootssteg als Krabbenpulerin. Sonntags sitzt auch Theary von 3 Uhr morgens bis 5 Uhr nachmittags am Steg und pult Krabben und Krebse. Dafür bekommt sie insgesamt umgerechnet 7,50 Euro.

Frauen und Mädchen beim Krabben- und Krebsepulen.

Frauen und Mädchen beim Krabben- und Krebsepulen.

Frauen und Mädchen beim Krabben- und Krebsepulen

Stundenlang sitzen sie auf dem unbequemen Boden

Auf dem Bootssteg werden die Schalen der Krabben und Krebse zum Trocknen ausgelegt und später an Hühner verfüttert.

Auf dem Bootssteg werden die Schalen der Krabben und Krebse zum Trocknen ausgelegt und später an Hühner verfüttert.

Als es vor der Küste Steng Haus noch viele Fische gab, konnten Fischer wie Thearys Vater, die auf einem Kutter anheuern, recht gut verdienen. Doch inzwischen ist das Meer vor Steng Hau komplett überfischt, so dass für die Fischer nur ein magerer Fang möglich und dementsprechend wenig zu verdienen ist. Außerdem ist das Fischen in den doch recht kleinen Booten ein gefährlicher Job, und fast niemand von den Fischern kann schwimmen.

Fast niemand von den Fischern kann schwimmen

Fast niemand von den Fischern kann schwimmen

Theary geht in die 10. Klasse der High School in Steng Hau. Neben Englisch hat sie an den Computerkursen in der Bildungshütte teilgenommen und den Kurs in Word und Excel erfolgreich abgeschlossen. Sie möchte einmal Ärztin werden.

Theary zeigt stolz ihr Computer-Zertifikat

Theary zeigt stolz ihr Computer-Zertifikat

IMG_2911

Da unser Projekt unter der Schirmherrschaft von M’lop Tapang steht und M’lop Tapang im Gegensatz zu uns in Kambodscha registriert ist, werden die Zertifikate auch von M’lop Tapang ausgestellt

Als nächstes ging es durch die großenteils unbefestigten Feldwegen gleichenden Straßen Steng Haus zu unserem nächsten Gespräch. Bis alle Weg in Steng Hau befestigt oder sogar asphaltiert sind, wird es wohl noch eine Weile dauern.

IMG_2942 IMG_2940 IMG_2939

Theara ist 15 Jahre alt und das jüngste von 5 Kindern. Sie lebt allein mit ihrer Mutter, denn ihr Vater ist vor zwei Jahren gestorben. Ihre älteren Geschwister arbeiten in einer Fabrik in Thailand, von wo aus sie Geld nach Hause senden, um die Mutter und Theara zu unterstützen und Thearas Schulausbildung zu finanzieren. Auch sie geht in die 10. Klasse. Sie möchte einmal Krankenschwester werden.

Im Gespräch mit Theara

Theara in ihrer Schuluniform der High School – ab einem gewissen Alter gehört für Mädchen ein langer Rock zur Schuluniform, so wie für Jungen eine lange Hose statt einer kurzen dazu gehört.

Auch Theara hat die Computerkurse in unserer Bildungshütte besucht.

Auch Theara hat die Computerkurse in unserer Bildungshütte besucht.

Vor dem Haus, in dem Theara mit ihrer Mutter wohnt

Vor dem Haus, in dem Theara mit ihrer Mutter wohnt

Bitte unterstützt unsere Arbeit weiterhin mit Euren Spenden, damit wir Theary, Theara und den anderen Kindern in Steng Hau helfen können, ihre Träume zu verwirklichen! Überweisungen können vorgenommen werden auf das Konto von

“Zukunft für Steng Hau e.V.” bei der Deutschen Bank, IBAN: DE14 2007 0024 0744 1819 00, BIC: DEUTDEDBHAM.

Spenden sind von der Steuer absetzbar.

Advertisements

Mitarbeitertraining: Critical Thinking

Eigentlich sollte mein nächster Blogeintrag über die Gespräche mit unseren Englischschülerinnen Theary und Theara sein, doch da gerade vor ein paar Tagen, am 2. und 3. September, ein Mitarbeitertraining stattfand, berichte ich zunächst darüber.

Trainer Sokchea hat schon mehrere Persönlichkeitstrainings für unsere Mitarbeiter durchgeführt. Hier im großen Trainingsraum von M'lop Tapang.

Trainer Sokchea hat schon mehrere Persönlichkeitstrainings für unsere Mitarbeiter durchgeführt. Diesmal hat das Training im großen Trainingsraum von M’lop Tapang stattgefunden.

Das Thema dieses Trainings war „Critical Thinking Skills“, also „Die Fähigkeit zum kritischen Denken“. In Vorträgen, Präsentationen, Diskussionen und Gruppenübungen wurden Themen wie „Logik und kritisches Denken“, „Standards des kritischen Denkens“, „Vorteile des kritischen Denkens“ sowie „Hindernisse, kritisch zu denken“ erarbeitet.

Trainer Sokchea spricht über "Critical Thinking"

Trainer Sokchea spricht über „Critical Thinking“

11992066_530535893764823_158361616_n

Unsere Mitarbeiter Ron, Serei Kot, Sopheap, Pnao Bol (linke Reihe) und Khem Sokha (vorne rechts) sind konzentriert bei der Sache

Es wird diskutiert...

Es wird diskutiert…

Es werden Ideen gesammelt...

Ideen werden gesammelt…

und Präsentationen vorbereitet.

… und Präsentationen vorbereitet.

Englischlehrer Kem Sokha hält eine Präsentation

Englischlehrer Kem Sokha hält eine Präsentation

Englischlehrer Pnao Bol bei seiner Präsentation

Englischlehrer Pnao Bol bei seiner Präsentation

Gruppenarbeit

Gruppenarbeit

Gruppenarbeit

Um eine größere Gedankenvielfalt und den Austausch zwischen Organisationen zu fördern, hatten wir Mitarbeiter von M’lop Tapang, dem Goodwill Center (meinem früheren Wirkungskreis) und Starfish gegen eine kleine Beteiligung an den Kosten ebenfalls zu dem Training eingeladen.

Eine Gruppenübung, die viel Spaß zu machen scheint.

Eine Gruppenübung, die viel Spaß zu machen scheint.

Sarin, der Direktor von M’lop Tapang, wo das Training stattfand und unter deren Schirmherrschaft unser Steng-Hau-Projekt ja bereits seit Anbeginn steht, berichtete als Gastredner darüber, wie ihm kritisches Denken geholfen hat, der zu werden, der er jetzt ist. Sarin war ein einfacher Fischerjunge, bis ihm durch eine Winde die linke Hand abgerissen wurde. Zunächst verdiente er sich ein wenig Geld in dem damals einzigen Supermarkt in Sihanoukville, indem er dort die Regale einräumte. Das ein paar Meter weiter gelegene Starfish Cafe beschäftigt auch heute noch Menschen mit körperlichen Behinderungen. So bewarb Sarin sich dort – es muss ca. im Jahr 2000 gewesen sein. Als 2003 die Kinderschutzorganisation M’lop Tapang aus Starfish hervorging, war Sarin mit dabei. Heute ist M’lop Tapang eine Organisation von 200 Mitarbeitern, die sich um Tausende Kinder aus den ärmsten Familien Sihanoukvilles kümmert. Sarins Geschichte war Inspiration für alle.

Sarin bei der Überreichung des Zertifikats an die als Kind an Polio erkrankte Miss Meng vom Starfish Cafe, die auch am Training teilnahm.

Sarin bei der Überreichung des Teilnahmezertifikats an die als Kind an Polio erkrankte Miss Meng vom Starfish Cafe.

Selbstverständlich erhielten zum Schluss alle Teilnehmer ein Zertifikat. Ich bin mir sicher, dass viele dieser Zertifikate jetzt voll stolz zu Hause an der Wand hängen!

Neun unserer elf Mitarbeiter mit ihren Zertifikaten.

Neun unserer elf Mitarbeiter mit ihren Zertifikaten. 3. und 4. von links Sarin und Trainer Sokchea

Alle Teilnehmer zeigen stolz ihre Zertifikate.

Alle Teilnehmer zeigen stolz ihre Zertifikate.

Wir freuen uns, dass wir mit dem von uns angebotenen und von Ihren Spenden ermöglichten Training so vielen Teilnehmern neues und interessantes Wissen für ihre weitere Arbeit in ihren jeweiligen Organisationen mit auf den Weg geben konnten! Ein großer Dank geht an M’lop Tapang für die Bereitstellung des Trainingsraumes sowie natürlich ganz besonders an den engagierten Trainer Sokchea!

Spenden für die Unterstützung unserer Arbeit können auf das Konto von

“Zukunft für Steng Hau e.V.” bei der Deutschen Bank, IBAN: DE14 2007 0024 0744 1819 00, BIC: DEUTDEDBHAM, überwiesen werden.

Spenden sind von der Steuer absetzbar.