Besuch in Steng Hau am 08. März 2014

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Begrüßung auf dem Gelände der Bildungshütte

Bei meinen diesjährigen Besuchen in unserer Bildungshütte und in unseren über den ganzen Distrikt Steng Hau verteilten Englischklassen konnte ich mich einmal mehr davon überzeugen, dass unsere Mitarbeiter hervorragende Arbeit leisten und wir auf unser Projekt wirklich stolz sein können. Das ist nicht zuletzt das Verdienst unseres Projektleiters Thet.

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Thet auf dem von uns gepachteten Stück Land

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Unsere Mitarbeiter

Das Stück Land, auf dem unsere Bildungshütte steht, ist liebevoll gepflegt. Unsere Mitarbeiter haben mit vielen Pflanzen und Blumen ein richtiges kleines Paradies aus diesem ehemals eher einem Tümpel gleichenden Grundstück gemacht. Sogar so etwas wie Gras wächst jetzt auf dem Spielplatz! Das liegt daran, dass ich vor einigen Jahren einmal unseren Nachtwächter ganz entsetzt davon abhielt, jedes Pflänzchen, das sich vorsichtig durch den sandigen Boden gebohrt hatte, in meiner Meinung nach falsch verstandener Ordnungs- und Sauberkeitsliebe heraus zu reißen. Ja, leider wird in Kambodscha jedes Stück Natur, das noch vorhanden ist, als „noch nicht entwickelt“ angesehen. Oft sind die Böden vollständig von jedem Bewuchs befreit, so dass nur noch Staub (in der Trockenzeit) und Matsch (in der Regenzeit) übrig sind. Doch zum Glück verstanden unsere Mitarbeiter meinen Aufschrei und setzten die Botschaft gleich um.

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Auch die inzwischen drei Räume, die wir haben (Klassenraum, Computerraum und Bibliothek) sind liebevoll geschmückt und gepflegt.

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Die älteren Kinder aus den Englischklassen kommen regelmäßig, um dabei zu helfen, das Gundstück sauber zu halten.

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Die jüngeren Kinder kommen sichtlich gern zum Spielen:

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Dank des Einsatzes von Freunden, die wiederum ihre Freunde um Kinderspielzeug für Steng Hau gebeten hatten, war mein wirklich riesiger Koffer auf meinem Hinflug zu 80% voll mit Stofftieren. Die Kinder waren begeistert! Ein großer Dank geht an die Kinder in Deutschland, die sich von ihren Stofftieren trennen konnten!

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Damit nichts verloren geht, werden von den Mitarbeitern am Schluss alle Spielsachen wieder eingesammelt und sorgfältig im Schrank verstaut.

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Natürlich ist der Betrieb der Bildungshütte und der Englisch- und Computerklassen mit einigen Kosten verbunden, weshalb ich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich darum bitte, dass die Spendengelder weiterhin fließen mögen! Nur durch Eure / Ihre Spendenbereitschaft ist es möglich, dass unsere Arbeit in gewohnter Qualität weitergeht. Spenden können auf das Konto von „Zukunft für Steng Hau e.V.“ bei der Deutschen Bank, Konto-Nr. 744181900, BLZ 20070024, IBAN: DE14200700240744181900, BIC: DEUTDEDBHAM, überwiesen werden.

Aufgrund der Nähe zur See korrodiert das Material schnell
Aufgrund der Nähe zur See korrodiert das Material schnell
Die Rutsche muss dringend erneuert werden.

Die Rutsche muss dringend erneuert werden.

Auch das Eingangstor bedarf einer Reparatur.

Auch das Eingangstor bedarf einer Reparatur.

Die oberen drei Fotos zeigen nur einige Beispiele von Dingen, für die dringend in naher Zukunft Geld benötigt wird. Doch auch die laufenden Kosten wie Gehälter, Pacht für das Grundstück, Strom und Wasser wollen gedeckt sein. Außerdem wünschen sich die Kinder neue Bücher für die Bibliothek und eine neue Wippe, die Computerschüler hätten gern einen Internetanschluss, und die Mitarbeiter würden sich über einen Drucker freuen.

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Wir bedanken uns bei allen bisherigen und zukünftigen Spendern!

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My name is Chenda, what’s your name?

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Brieffreundschaften mit Kindern aus Hamburg

Im Januar hatte ich unser Steng-Hau-Projekt meiner Nichte Fiona und ihren Klassenkameraden der Klasse 6b am Corvey-Gymnasium vorgestellt. Die Kinder waren sofort Feuer und Flamme für das Projekt und hatten spontan den Wunsch, einen Briefkontakt mit den Kindern in Steng Hau herzustellen. Da traf es sich natürlich gut, dass ich einige Wochen später nach Kambodscha reiste und die tollen Briefe der deutschen Kinder an die Kinder in Kambodscha mitnehmen konnte.

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Stolz zeigen die Kinder in Steng Hau ihre Briefe aus Deutschland

Die deutschen Kinder hatten sich viel Mühe gegeben, ihre Briefe liebevoll mit Zeichnungen und Fotos zu gestalten und ihr Leben in Deutschland auf Englisch zu beschreiben. Wie Ihr auf den Fotos seht, haben sich die kambodschanischen Kinder riesig über die Briefe aus Deutschland gefreut, und sie gaben sich entsprechende Mühe mit ihren Antworten. Mir kamen beinahe die Tränen, so überwältigt war ich, als ich bei meinem zweiten Besuch in Steng Hau den Stapel mit den Antwortbriefen erhielt!

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Die Briefe der Kinder aus Steng Hau sind wunderschön geworden

Nicht nur waren die Briefe liebevoll gestaltet – auch das Englisch der Kinder ist bemerkenswert gut. So schreibt z.B. Vina: „Hello Fiona. My name is Vina. I am 13 years old. I study in grade 8. I study good at math. Usually I go to school at 6:40. I live in Tomnobrolok commune, Steng Hau district, Sihanouk province. I have four dogs. I have two brothers and one sister. In my free time I like watching television and listening to music. I like the colours white and green. I don’t like swimming and singing. At weekends I like to read comics. See you soon. From me, Vina“

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Vinas Brief

Einige der Kinder konnten sogar frei vortragen, was sie in ihren Briefen geschrieben hatten. Ich war schwer beeindruckt und kann nur einmal mehr sagen, unsere Mitarbeiter leisten hervorragende Arbeit, und wir können stolz sein.

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Dabei ist es für Lehrer und Schüler oft schwer, sich auf den Unterricht zu konzentrieren, denn der Platz unter den traditionellen Stelzenhäusern, wo die meisten unserer Englischklassen stattfinden, ist weder optisch noch akustisch in irgend einer Form nach außen isoliert. Neugierige säumen den Platz, es wird gescherzt und gestritten, man kann alles mithören oder -sehen. Außerdem wird es in Kambodscha das ganze Jahr über schon um kurz nach 18 Uhr dunkel, und die Beleuchtung ist spärlich, auch in den Unterrichtsräumen. Insofern ist es ganz besonders anerkennenswert, dass unter diesen erschwerten Bedingungen so guter Unterricht stattfindet.

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Der Unterricht findet im offenen Raum unter einem Stelzenhaus statt

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Um kurz nach 18 Uhr wird es das ganze Jahr über dunkel. Die Beleuchtung während des Unterrichts ist spärlich.

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Auch diese Kühe schauen beim Unterricht zu.

Deshalb an dieser Stelle noch einmal die Bitte an Euch alle: Unterstützt unsere Arbeit in Steng Hau weiterhin mit Euren Spenden! Spenden können überwiesen werden auf das Konto von „Zukunft für Steng Hau e.V.“, Konto-Nr. 744181900, BLZ 20070024, Deutsche Bank. IBAN: DE14200700240744181900, BIC: DEUTDEDBHAM. Alle Spenden und Mitgliedsbeiträge sind steuerlich absetzbar!

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Ein herzlicher Dank geht an Trevor Smith aus Australien, der mich mit seiner Partnerin Toni nach Steng Hau begleitet und fast alle Fotos dieses Eintrags gemacht hat. Wer weitere fantastische Fotos aus Kambodscha, aber auch von Flora und Fauna in Australien sehen möchte, kann hier schauen: http://trevors.smugmug.com/

Mitarbeiterausflug nach Bokor Bountain

Als Anerkennung für die wundervolle Arbeit unserer Mitarbeiter wurde von unserem Projektleiter Thet und mir ein gemeinsamer Ausflug zum bekannten und beliebten Ausflugsziel Bokor Mountain beschlossen. Die meisten der Mitarbeiter waren noch nie dort. Überhaupt ist es nicht besonders üblich in Kambodscha, Ausflüge zu unternehmen. Dazu fehlt meistens das Geld.

 

Gruppenfoto auf Bokor Mountain

Gruppenfoto auf Bokor Mountain

Bokor Mountain hat dadurch eine gewisse Berühmtheit erlangt, dass die Franzosen vor nunmehr fast 100 Jahren dort eine kleine Stadt mitsamt Kirche und dem Bokor Palace Hotel & Casino gebaut haben, um an freien Tagen der Hitze und der Hektik Phnom Penhs entfliehen zu können. Nachdem die Franzosen in den 70er Jahren Kambodscha verlassen hatten, wurde Bokor Hill Station zu einer Art Geisterstadt. Inzwischen gibt es wieder eine gut ausgebaute Straße dorthin sowie ein neues Casino, und Bokor ist zu einem beliebten Ausflugsziel für westliche und einheimische Touristen geworden. (http://en.wikipedia.org/wiki/Bokor_Hill_Station)

Das alte Casino

Das alte Casino

und das neue

und das neue

Also mieteten wir einen Minibus, und los ging die Fahrt am Sonntag morgen. Eigentlich wollten unsere Mitarbeiter um 6 Uhr in Steng Hau losfahren und mich um 7 abholen – nicht gerade meine Zeit, aber es macht ja Sinn, der Hitze ein wenig zuvor zu kommen, und so ergab ich mich in mein Schicksal. Doch leider ging es nicht so ganz reibungslos, alle mit Sack und Pack und Kind und Kegel um 6 Uhr im Bus zu haben – denn für mich unerwarteterweise tauchten sie mit Kind und Kegel auf, aber eben erst über eine Stunde später als angekündigt, also um kurz nach 8, dafür jedoch gut gelaunt und voller Vorfreude.

Mit Kind und Kegel im Bus

Mit Kind und Kegel im Bus

Verglichen mit anderen Bussen war unserer noch richtig leer...

Verglichen mit anderen Bussen war unserer noch richtig leer…

Leider sind weder die kambodschanischen Kinder noch die Frauen reisefest – wieviele von ihnen sich übergeben haben, weiß ich nicht, denn ich saß zum Glück in der vordersten Reihe der hinteren Sitze, wo ich nur immer wieder die einschlägigen Geräusche hörte. Dass nicht immer rechtzeitig Plastiktüten zur Hand waren, bekam ich allerdings auch in unserer Reihe mit. Erstaunlicherweise jedoch gelang es mir, von all dem relativ unberührt zu bleiben, und der guten Laune taten die wiederkehrenden Anfälle von Reisekrankheit keinen Abbruch.

Im Bus - sind die Hüte nicht klasse?

Im Bus – sind die Hüte nicht klasse?

Oben auf Bokor angekommen, wurde erst einmal gepicknickt – die Mitarbeiter hatten bereits morgens alles für ein festliches Mahl auf dem Berg vorbereitet, sogar eine Gemüsepfanne für mich, die dort oben frisch zubereitet wurde.

Die volle Kühlbox wird mit vereinten Kräften zum Picknickplatz geschleppt

Die volle Kühlbox wird mit vereinten Kräften zum Picknickplatz geschleppt

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Unter dem Gemüse auf dem linken Teller befindet sich ein ganzer Fisch.

Unter dem Gemüse auf dem linken Teller befindet sich ein ganzer Fisch.

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Nachdem alle gestärkt waren, gingen wir auf Besichtigungstour. Der alte Tempel auf dem Berg wird eifrig von allen kambodschanischen Besuchern aufgesucht, um schnell Buddha um etwas mehr Reichtum oder Gesundheit zu bitten – ein kleines Video von unserem Besuch dort findet Ihr hier:

Das Blinken hinter Buddhas Kopf und an der Decke kommt übrigens nicht durch irgend welche Lichtreflexionen, sondern es ist die elektrische Light-Show.

Der alte Tempel

Der alte Tempel

Durch das alte Casiono zu streifen und vor spektakulären Ausblicken Fotos zu machen, machte allen Spaß.

Unser Computerlehrer mit Frau und Kindern sowie die Frau von unserem Englischlehrer Serey Kot

Unser Computerlehrer mit Frau und Kindern sowie die Frau von unserem Englischlehrer Serey Kot

Familienfoto

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Teilweise sind die alten Fliesen im alten Casino noch gut erhalten.

Teilweise sind die alten Fliesen im alten Casino noch gut erhalten.

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Ein Eis-Latte, den wir in der gut gekühlten Lobby des Casinos auf richtig bequemen Sesseln genossen (im Bus hatte ich nur einen halben Sitz, die rechte Körperhälfte hing in der Luft und wurde nur dadurch gehalten, dass ich mich fest an die Schiebetür lehnte), half unserer Buchhalterin Samphors und mir durch das Mittagstief, während die anderen mit ihren Kindern den großen Eingangsbereich durchstreiften.

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Schließlich waren wir alle rechtschaffen müde, und es ging die Serpentinen herab auf die Straße nach Sihanoukville, wobei die Kinder erstaunlicherweise das ganze Essen und die diversen Snacks und Eiscremes, die sie zu sich genommen hatten, bei sich behielten. Nur der schwangeren Frau von Serei Kot schien es, den Geräuschen nach zu urteilen, definitiv für kurze Zeit nicht gut zu gehen.

Natürlich war weder auf der Hin- noch auf der Rückfahrt irgend jemand angeschnallt, die Kinder turnten auf der Ersatzbank hinter dem Fahrer und Beifahrer herum und wären in hohem Bogen durch die Windschutzscheibe geflogen, wenn der Fahrer auch nur einmal etwas schärfer hätte bremsen müssen, was er glücklicherweise, obwohl er während der Fahrt natürlich auch noch ständig am Telefonieren war, nicht tun musste. Samphors und ich wurden wohlbehalten um 17 Uhr in Sihanoukville abgesetzt, während auf die Mitarbeiter noch eine Fahrt von ca. 45 Minuten nach Steng Hau wartete.

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Insgesamt war es ein gelungener Tag, den alle noch lange in Erinnerung haben werden.