Feierliches Familientreffen in Steng Hau

Am 20. April 2017 fand anlässlich unseres 10-jährigen Bestehens auf dem Gelände der Bildungshütte ein kleiner Festakt statt, zu dem sowohl einige Honoratioren von Steng Hau als auch einhundert Familien der Kinder, die die Bildungshütte regelmäßig besuchen, geladen waren – für mehr Familien mit Kindern war einfach kein Platz.

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Wie man sieht, ist man unserer Einladung zahlreich gefolgt. Die Räume unserer Bildungshütte sind für ein so großes Ereignis viel zu klein, aus diesem Grund waren große Zelte gemietet worden, wie es sonst für Hochzeiten üblich ist.

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Fotos des verstorbenen Königs Sihanouk und seiner Frau sowie des jetzigen Königs Sihamoni dürfen bei so einem Ereignis nicht fehlen.

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Unsere Mitarbeiterinnen Lida und Srey Mao begrüßten die ankommenden Gäste gleich am Eingangstor.

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Direkt neben dem Eingang hatte sich ein geschäftstüchtiger Eisverkäufer positioniert, der für wenige Riel (die einheimische Währung) sein Eis verkaufte. Seinen kleinen geistig behinderten Sohn hat er bei der Arbeit immer dabei, denn außer unserer Bildungshütte gibt es im ganzen Distrikt Steng Hau keinen Kindergarten und erst recht keine Krippe.

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Die eingeladenen Honoratioren (mehrere Village Chiefs sowie die Vorsitzende des Frauenkommittees) bekamen Ehrenplätze auf der kunstvoll mit Stoff drapierten überdachten Spielfläche, die ja etwas erhöht ist und daher wie eine Bühne wirkte. 

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Wie immer bei solchen Ereignissen wurden mehrere Reden gehalten, unter anderem auch von einem unserer früheren Englischschüler, der inzwischen Lehrer an der öffentlichen Schule in Steng Hau geworden ist. 

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Die Highlights der Feierlichkeit waren aber die Akrobatik- und Clowneinlagen sowie die Tanzvorführung der Zirkus- und der Tanzgruppe von M’lop Tapang, unter deren Schirmherrschaft unser Projekt ja steht.

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Hier ein Video der Tanzvorführung – einfach auf den Pfeil klicken:

Und hier ein Video der Clown- und Akrobatikeinlage:

Am Ende des offiziellen Teils der Feier bekamen die besten Englischschüler Schultaschen mit Schulmaterialien, die Computerschüler ein Zertifikat und ich als Repräsentantin für alle unsere Spender und Spenderinnen einen wunderschönen Blumenstrauß.

Schultaschen mit Schulmaterialien für die besten Englischschüler, überreicht von ihrer Exzellenz Lady Sokha

Computerzertifikate, überreicht von der Staatsanwältin aus Sihanoukville

 

Ein Blumenstrauß als Anerkennung für unsere Arbeit in Steng Hau

Ohne Zweifel waren die Eltern und Kinder stolz darauf, dass extra für sie im abgelegenen Steng Hau so eine besondere Veranstaltung mit so vielen illustren Gästen und hochkarätigen Vorführungen geboten wurde und sie selbst dadurch Wertschätzung erfuhren.

Bitte unterstützt weiterhin unsere Arbeit in Steng Hau mit Euren Spenden auf das Konto von 

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Mitarbeiter-Ausflug nach Angkor Wat 6.-9. April 2017

Der Stolz aller Kambodschaner sind die Tempel von Angkor, und hier besonders das weltberühmte Angkor Wat mit seinen fünf Türmen sowie Bayon mit den Gesichtern des Bodhisattva Lokheshvara. Jeder Kambodschaner wünscht sich, wenigstens einmal im Leben in Angkor gewesen zu sein, aber die wenigsten haben dazu die Möglichkeit.

Die weltberühmten Türme von Angkor Wat, Weltkulturerbe und größter Sakralbau der Welt

Vorne die Gesichter unserer Mitarbeiter von Steng Hau, im Hintergrund die Gesichter von Bayon

Das zehnjährige Bestehen unseres Projektes in Steng Hau war für uns Anlass, unseren Mitarbeitern den langersehnten Ausflug zu den Heiligtümern der Angkor-Zeit zu ermöglichen: Zukunft für Steng Hau e.V. übernahm einen Teil der Kosten für Reise und Verpflegung, ein Teil wurde von den Mitarbeitern selbst getragen. Am 6. April 2017 morgens um 6 ging für unsere Mitarbeiter die 11-stündige Fahrt im Minibus von Steng Hau aus los, während ich direkt nach Siem Reap, der nächstgelegenen Stadt, flog, um mich mit den Mitarbeitern zum Abendessen im Gästehaus zu treffen.

Im Bus Richtung Angkor

Doch dann die große Überraschung: 16 Gesichter strahlten mir entgegen, als ich am Flughafen aus der Sperre kam! Alle unsere Mitarbeiter waren trotz der anstrengenden Fahrt, die sie hinter sich hatten, gekommen, um mich abzuholen.

Das Empfangskommittee am Flughafen

Gut gelaunt ging es nun zum Abendessen in ein typisches Khmer-Restaurant: Einige schwere runde Tropenholztische mit unbequemen Stühlen sowie viele wacklige und rostige Klapptische mit Plastikstühlen davor stehen in einem halb offenen Raum auf blankem Beton und wirken auf den westlichen Besucher alles andere als einladend. Aber dies ist ja nun eine Khmer-Veranstaltung…

Das für unseren Geschmack wenig einladende Restaurant

Am nächsten Morgen um 7 ging es los zu den Tempeln. Aus Vorfreude auf den Ausflug hatten sich unsere drei Mitarbeiterinnen bereits vier Wochen zuvor extra schöne Kleider gekauft, um die Tempel angemessen gekleidet zu betreten.

Srey Leak, Lida und Srey Mao in ihren extra für Angkor Wat gekauften Kleidern.

Doch zum Glück hängen genau diese Kleider in den verschiedensten Farben zurzeit an jedem Verkaufsstand, so dass auch ich und die beiden mitreisenden Ehefrauen schnell noch welche besorgen konnten und uns beim Besichtigen von Angkor Wat und Angkor Tom mit dem Bayon nicht zu verstecken brauchten:

Allerdings war das lange Kleid nicht immer sehr praktisch, wie man auf dem nächsten Foto bei meinem Abstieg von Wat Ta Keo sieht. Deutsche Sicherheitsvorschriften gelten hier definitiv nicht. Man wundert sich, dass man die steilen, ausgewaschenen Stufen, an deren Seite es kein Geländer gibt, überhaupt hinauf darf, aber noch mehr wundert man sich, dass man dies nicht in praktischen kurzen Hosen, wohl aber im Kleid, das den Auf- und Abstieg erheblich erschwert, ja sogar noch gefährlicher macht, als er ohnehin schon ist, darf.

Gefährlicher Abstieg. Lida musste, weil sie an diesem Tag kurze Hosen trug, unten warten.

Ein besonderes Highlight unter den Tempeln ist Banteay Srei mit seinen filigranen Steinmetzarbeiten.

Banteay Srei

Banteay Srei

Banteay Srei

Wie man es bisher ja hauptsächlich von den Japanern kannte, so sind auch die Kambodschaner ganz wild darauf, Fotos von sich selbst an jeder ihrer Meinung nach passenden Stelle zu machen – und diese befinden sich alle paar Meter überall.

Selfie-Time vor Phnom Bakheng

Selfie-Time auf einer der 809 Stufen von Phnom Santuk

Viele Kambodschaner müssen ja sehr hart körperlich arbeiten. Diejenigen, die das nicht müssen, kennen dagegen so gut wie keine sportliche Betätigung. Dafür haben sich alle unsere Mitarbeiter aber bei den anstrengenden Wegen durch die Tempelanlagen und die Treppen von Tempeln und Bergen hinauf und hinunter in der Hitze (35 Grad, gefühlte 38 Grad, 70% Luftfeuchtigkeit) wirklich gut gehalten!

Erschöpft machen wir auf den Stufen von Phnom Santuk Rast

Serei Kot auf den Stufen von Phnom Santuk

Während der zwei Tage in Angkor wurde das Mittagessen einmal an verschiedenen Ständen gekauft und dann als Picknick beim Wasserfall von Phnom Kulen eingenommen, ein anderes Mal aßen wir in einem der vielen kleinen Restaurants, die um die Tempel herum eröffnet haben.

Hier wird unser Mittagessen ausgesucht

Picknick am Wasserfall von Phnom Kulen

Glücklicherweise hat Thet meinetwegen auch immer eine Portion gebratenes Gemüse bestellt – die Kambodschaner essen Berge von einfach nur weißem Reis mit ein wenig gebratenem Fisch oder gegrilltem Fleisch dazu. Über den Gebrauch von Plastik und Styropor macht sich keiner Gedanken…

Erfrischung am Wasserfall von Phnom Kulen

Ein weiteres Highlight der vollgepackten zwei Tage waren die Tanz- und Akrobatik-Vorführungen im Cambodian Cultural Village.

Cambodian Cultural Village

Cambodian Cultural Village

Auf der Rückfahrt nach Steng Hau dann halten wir in der Stadt Skuon, berühmt für ihre Delikatesse: gebratene Taranteln. Unsere Mitarbeiter decken sich für die Weiterfahrt jedoch hauptsächlich mit ebenfalls gebratenen Maden und Zikaden ein.

Die berühmten gebratenen Taranteln der Stadt Skuon

Zikaden

… und noch ein paar Maden

Lida testet die gebratenen Spezialitäten

Die Stimmung im Bus ist gut, und es wird auf der Fahrt kräftig gesungen:

Insgesamt waren es gelungene Tage, die den Horizont unserer Mitarbeiter erweitert, ihnen ein Bewusstsein für die Schönheit ihres Landes und seine Kultur vermittelt und den Teamgeist gestärkt haben. Der Ausflug wird allen noch lange in Erinnerung sein.

Wir bitten weiterhin um Spenden auf das Konto von

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10 Jahre Hilfe in Steng Hau

Unglaubliche 10 Jahre sind wir nun schon in Steng Hau aktiv. Es fing alles ganz klein an: Im Juli 2006 wurde Sabine von Thet, unserem mittlerweile langjährigen Projektleiter, gefragt, ob sie bereit wäre zu helfen, eine Englischklasse in seinem Heimatdistrikt Steng Hau zu finanzieren. Dafür wären nur 70 USD monatlich nötig – 50 für einen Lehrer, 10 für einen Raum und weitere 10 für Unterrichtsmaterialien. Thet nahm Sabine mit nach Steng Hau, zeigte ihr die einzelnen Dörfer, es wurde mit den Schulleitern von Grund- und weiterführender Schule sowie verschiedenen Village-Chiefs gesprochen, und alle waren von dem Vorhaben begeistert.

Thet, Sabine, ein Schulleiter und der District Chief von Steng Hau bei Sabines erstem Besuch im Juli 2006

Thet, Sabine, ein Schulleiter und der District Chief von Steng Hau bei Sabines erstem Besuch im Juli 2006

In einer E-Mail an Freunde und Verwandte bat Sabine um Unterstützung für das Projekt. Innerhalb weniger Tage kamen viele zustimmende Antworten, so dass Sabine, bevor sie von ihrer Jahresreise zurück nach Deutschland aufbrach, umgerechnet 560 USD im Safe unserer „Mutterorganisation“ M’lop Tapang lassen konnte und der geplante Englischunterricht für acht Monate gesichert war. Am 1. September 2006 nahm unser erster Lehrer, Sovannara, den Unterricht mit fast 40 Kindern unter einem der Stelzenhäuser in Steng Hau auf.

Die erste Englischklasse mit Vannara als Lehrer.

Die erste Englischklasse mit Vannara als Lehrer.

Seitdem hat sich viel getan. Schon bald nach der ersten startete aufgrund der großen Nachfrage eine zweite Englischklasse.

Ron unterrichtete die kurze Zeit später beginnende zweite Englischklasse.

Ron unterrichtete die kurze Zeit später beginnende zweite Englischklasse.

Im Janur 2007 haben wir den Verein „Zukunft für Steng Hau e.V.“ gegründet, so dass Spendengelder nun von der Steuer absetzbar wurden. Weitere Englischklassen folgten – inzwischen finanzieren wir sieben Englischklassen. Seit 2008 haben wir Land gepachtet und im gleichen Jahr unsere Bildungshütte gebaut, wir haben zwei Sozialarbeiterinnen in Vollzeit eingestellt, und es gibt Computerunterrricht – aus der einen Englischklasse ist dank Eurer Unterstützung ein beachtliches Projekt geworden, auf das wir stolz sein können.

Unterzeichnung des Pachtvertrages für das Land, auf dem unsere Bildungshütte gebaut wurde. Thet, ein Village Chief und der Landbesitzer unterzeichnen jeweils mit Unterschrift und Fingerabdruck.

Unterzeichnung des Pachtvertrages für das Land, auf dem unsere Bildungshütte gebaut wurde. Thet, ein Village Chief und der Landbesitzer unterzeichnen jeweils mit Unterschrift und Fingerabdruck.

Der Rohbau der Bildungshütte. Am Wochenende helfen die älteren Englischschüler mit.

Der Rohbau der Bildungshütte. Am Wochenende helfen die älteren Englischschüler mit.

Kurz nach Beginn unserer Arbeit in Steng Hau finanzieren wir bereits 7 Englischklassen. Sechs unserer Lehrer von links nach rechts: Sophal, Srey Mao, Serey Kot, Sovannara, Projektleiter Thet, Bol Phalla, Ron.

Kurz nach Beginn unserer Arbeit in Steng Hau finanzieren wir bereits 7 Englischklassen. Sechs unserer Lehrer von links nach rechts: Sophal, Srey Mao, Serey Kot, Sovannara, Projektleiter Thet, Bol Phalla, Ron.

In diesem Jahr waren zum ersten Mal größere Reparaturarbeiten an der Bildungshütte notwendig. Das Dach war an vielen Stellen undicht, und einige Löcher in den Wänden waren zu flicken. Diese Arbeiten sind jetzt abgeschlossen.

Das Dach der Bildungshütte wird repariert.

Das Dach der Bildungshütte wird repariert.

Auch einige Löcher in den Wänden waren zu flicken.

Auch einige Löcher in den Wänden waren zu flicken.

Auch an den Computern sind immer wieder Wartungsarbeiten nötig – zum Glück können wir hierfür auf den Computerexperten Buntha von M’lop Tapang zurückgreifen, der immer weiß, ob man ein Gerät noch reparieren kann und wo man gegebenenfalls Ersatzteile bekommt.

Dieser Computer muss dringend repariert werden.

Ein reparaturbedürftiger Computer

Unsere Sozialarbeiterinnen leisten vielfältige Arbeit: Sie geben unseren Kindern Khmer-Unterricht, damit diese entweder in der Schule den Anschluss nicht verlieren oder ihn nach längerer Abwesenheit wieder erlangen. Auch besuchen sie die Familien, in denen viele Eltern weder lesen noch schreiben und somit ihren Kindern keine Hilfe sein können, und versuchen sie von der Wichtigkeit eines Schulbesuches der Kinder zu überzeugen. Darüber hinaus leiten unsere Sozialarbeiterinnen die Kinder beim Spielen und kreativen Gestalten an – etwas, das in der öffentlichen Schule so gut wie gar nicht existiert.

Sozialarbeiterin Lida

Sozialarbeiterin Lida

Die beiden Sozialarbeiterinnen Srey Leak und Lida beim kreativen Gestalten mit den Kindern.

Die beiden Sozialarbeiterinnen Srey Leak und Lida beim kreativen Gestalten mit den Kindern.

Die fertigen Muffins

Die fertigen Muffins

All die genannten Aktivitäten kosten Geld, und deshalb bitten wir wie immer an dieser Stelle weiterhin um Ihre/Eure Spenden an:

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Besuch in Steng Hau im März 2016

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Hinter dieser Blütenpracht befindet sich, fast versteckt inzwischen, unsere Bildungshütte.

Eine gute Nachricht: Der Pachtvertrag für das Land, auf dem unsere Bildungshütte steht, konnte für weitere 3 Jahre verlängert werden – darüber sind wir enorm erleichtert! Zwar wurde die Pacht von monatlich 50 auf 60 US Dollar erhöht, aber bei den derzeit explodierenden Grundstückspreisen in Kambodscha, durch die es der eine oder andere Landbesitzer über Nacht zu unerwartetem Reichtum gebracht hat, hätte es gut sein können, dass auch unser Verpächter sich zum Verkauf entschließt. Das wäre jammerschade gewesen – unser Gelände ist inzwischen so schön geworden!

Diese prachtvolle Bougainvillea steht am Eingangstor zu unserer Bildungshütte.

Diese prachtvolle Bougainvillea steht am Eingangstor zu unserer Bildungshütte.

Bei meinem diesjährigen Besuch in Kambodscha konnte ich wieder einiges an Spielzeug nach Steng Hau bringen – die Kinder begannen sofort zu spielen und wollten die Kuscheltiere am Ende des Tages gar nicht wieder zurückgeben.

Einen ganzen Berg Kuscheltiere konnte ich mitbringen!

Einen ganzen Berg Kuscheltiere konnte ich mitbringen!

Thet, unser Projektleiter, stellt während der Mittagspause einem neugierigen Jungen die Kkuscheltiere vor.

Thet, unser Projektleiter, stellt während der Mittagspause die Kuscheltiere diesem Jungen vor, der es gar nicht bis zu den Nachmittagsöffnungszeiten erwarten kann.

Und schon sind sie zu den Lieblingen der Kinder geworden!

Und schon sind sie zu den Lieblingen der Kinder geworden!

Auch ein Spielfernglas und ein Kaleidoskop waren unter den mitgebrachten Sachen.

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Viele der Kinder scheinen durch unsere kleine Bibliothek zu richtigen Leseratten zu werden.

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Ein Meeting mit all unseren Mitarbeitern ist bei meinen Besuchen in Steng Hau natürlich obligatorisch. Dabei wird allen Mitarbeitern die Gelegenheit gegeben, sich zu äußern und Fragen zu stellen.

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Zuvor hatte unser Nachtwächter Chiv Sarith schnell mal eben für jeden eine Kokosnuss von unserer eigenen Palme geholt.

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Im Anschluss an das diesjährige Meeting zeigte ich den Mitarbeitern über den Bildschirm eines unserer Computer Fotos von Deutschland, angefangen mit den zerbombten Städten und den Trümmerfrauen nach dem Krieg bis zur heutigen Zeit des Wohlstands und Überflusses. Mein Ziel war es, den Mitarbeitern Mut zu machen, weiter am Aufbau ihres Landes mitzuarbeiten, und ihnen mit Hilfe der Fotos zu zeigen, dass auch der Westen nicht immer reich war, sondern sich den Reichtum erschaffen hat. Und das kann Kambodscha auch!

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Die Mitarbeiter sahen sich die Fotos gebannt an und stellten viele interessierte Fragen. Für sie ist es doch eine ganz andere Welt!

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Den Abschluss meines Besuches bildete die Stippvisite in mehreren unserer Englischklassen. Das Mädchen im rosa Pyjama singt mir gerade ein kambodschanisches Lied vor!

Viel zu schnell ging meine Zeit in Kambodscha und in Steng Hau (was übrigens in Kambodscha meistens Steung Hav umschrieben wird) vorbei, und es hieß wieder Abschied nehmen!

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Ausflug zum Kbal-Chhay-Wasserfall

Anfang Dezember war für viele der Kinder unserer Bildungshütte ein großer Tag: Sie durften mit auf einen Ausflug zum Kbal-Chhay-Wasserfall. 35 Kinder kletterten auf die Ladefläche eines Lastwagens, und los ging die Fahrt, begleitet von unseren beiden Sozialarbeiterinnen Lida und Srey Leak und dem Team vom M’lop Tapang Bücherbus. Wie man auf den Fotos sieht, konnten die Kinder vom Plantschen in den seichten Gewässern um den Wasserfall herum gar nicht genug bekommen.

Plantschen in den seichten Gewässern um den Wasserfall.

Plantschen in den seichten Gewässern um den Wasserfall.

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Zur Stärkung gab es für jeden eine Portion Reis mit Fisch sowie ein buntes süßes Getränk mit viel Eis – das Wasser beim Wasserfall bietet zwar ein wenig Erfrischung, ist aber, verglichen mit Wasserfällen oder Flussläufen in unseren Breitengraden, lauwarm, während die Lufttemperatur an die 30 Grad beträgt.

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Eine Portion Reis mit Fisch für jedes Kind.

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Auch ein angebrütetes Ei darf nicht fehlen…

Um den Wasserfall herum sind überall diese für Kambodscha typischen Picknickplätze aufgebaut, überdacht und mit Bast- und vor allem Hängematten ausgestattet, in denen man sein Schläfchen halten kann. Dazu waren die Kinder allerdings zu aufgekratzt.

Unsere Mitarbeiter sowie die Mitarbeiter vom M'lop Tapang Bücherbus (in den roten Shirts) sorgen dafür, dass alle Kinder versorgt sind.

Unsere Mitarbeiter sowie die Mitarbeiter vom M’lop Tapang Bücherbus (in den roten Shirts) sorgen dafür, dass alle Kinder versorgt sind.

Sozialarbeiterin Lida mit einigen der Mädchen.

Sozialarbeiterin Lida mit einigen der Mädchen.

Gruppenfoto

Gruppenfoto

Glücklich und voller neuer Erfahrungen fuhren die Kinder am Nachmittag wieder nach Steng Hau zurück.

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Damit wir auch weiterhin den Kindern von Steng Hau auf ihrem Weg in die Zukunft unterstützend zur Seite stehen können, bitten wir um Ihre/Eure Spenden auf das Konto von “Zukunft für Steng Hau e.V.” bei der Deutschen Bank, Konto-Nr. 74418190, BLZ 2007002, IBAN: DE1420070024074418190, BIC: DEUTDEDBHA.

Spenden sind von der Steuer absetzbar.

Unsere Englischschülerinnen Theary und Theara

Als Sozia auf dem Motorrad fuhr ich bei meinem Kambodscha-Besuch im März zusammen mit meinem langjährigen Bekannten Kearith, den ich als Fotografen angeheuert hatte, die 30 km von Sihanoukville nach Steng Hau, um die beiden Gespräche mit Theary und Theara, die ich Euch in einem vorigen Blogeintrag ja bereits angekündigt hatte, zu führen.

Auf Keariths Motorrad in Steng Hau angekommen.

Auf Keariths Motorrad in Steng Hau angekommen.

Zum Glück ist die Straße nach Steng Hau inzwischen fast durchgehend geteert. Das war bis vor einigen Jahren noch nicht so – damals war die Straße in der Regenzeit eine Schlamm- und in der Trockenzeit eine Staubwüste. Nun gibt es zwar noch bzw. schon wieder viele Schlaglöcher, aber insgesamt ist die Fahrt sehr viel leichter zu bewältigen.

Die Straße nach Steng Hau im Juli 2006

Die Straße nach Steng Hau im Juli 2006

Doch nun zu Theary. Theary ist mit 16 Jahren das älteste von drei Mädchen. Ihre Schwestern sind 7 und 6 Jahre alt. Sie lebt mit ihren Eltern gleich gegenüber von unserer Bildungshütte.

Im Gespräch mit Theary

Im Gespräch mit Theary

Theary mit ihren Eltern und der Großmutter vor dem Haus der Familie.

Theary mit ihren Eltern und der Großmutter vor dem Haus der Familie. Der Vater hat sich extra für das Foto ein Hemd angezogen, was ich sehr schade fand, denn ich hätte gern seine zahlreichen Tätowierungen auf der Brust mit auf dem Foto gehabt.

Thearys Vater ist Fischer, die Mutter arbeitet am Bootssteg als Krabbenpulerin. Sonntags sitzt auch Theary von 3 Uhr morgens bis 5 Uhr nachmittags am Steg und pult Krabben und Krebse. Dafür bekommt sie insgesamt umgerechnet 7,50 Euro.

Frauen und Mädchen beim Krabben- und Krebsepulen.

Frauen und Mädchen beim Krabben- und Krebsepulen.

Frauen und Mädchen beim Krabben- und Krebsepulen

Stundenlang sitzen sie auf dem unbequemen Boden

Auf dem Bootssteg werden die Schalen der Krabben und Krebse zum Trocknen ausgelegt und später an Hühner verfüttert.

Auf dem Bootssteg werden die Schalen der Krabben und Krebse zum Trocknen ausgelegt und später an Hühner verfüttert.

Als es vor der Küste Steng Haus noch viele Fische gab, konnten Fischer wie Thearys Vater, die auf einem Kutter anheuern, recht gut verdienen. Doch inzwischen ist das Meer vor Steng Hau komplett überfischt, so dass für die Fischer nur ein magerer Fang möglich und dementsprechend wenig zu verdienen ist. Außerdem ist das Fischen in den doch recht kleinen Booten ein gefährlicher Job, und fast niemand von den Fischern kann schwimmen.

Fast niemand von den Fischern kann schwimmen

Fast niemand von den Fischern kann schwimmen

Theary geht in die 10. Klasse der High School in Steng Hau. Neben Englisch hat sie an den Computerkursen in der Bildungshütte teilgenommen und den Kurs in Word und Excel erfolgreich abgeschlossen. Sie möchte einmal Ärztin werden.

Theary zeigt stolz ihr Computer-Zertifikat

Theary zeigt stolz ihr Computer-Zertifikat

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Da unser Projekt unter der Schirmherrschaft von M’lop Tapang steht und M’lop Tapang im Gegensatz zu uns in Kambodscha registriert ist, werden die Zertifikate auch von M’lop Tapang ausgestellt

Als nächstes ging es durch die großenteils unbefestigten Feldwegen gleichenden Straßen Steng Haus zu unserem nächsten Gespräch. Bis alle Weg in Steng Hau befestigt oder sogar asphaltiert sind, wird es wohl noch eine Weile dauern.

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Theara ist 15 Jahre alt und das jüngste von 5 Kindern. Sie lebt allein mit ihrer Mutter, denn ihr Vater ist vor zwei Jahren gestorben. Ihre älteren Geschwister arbeiten in einer Fabrik in Thailand, von wo aus sie Geld nach Hause senden, um die Mutter und Theara zu unterstützen und Thearas Schulausbildung zu finanzieren. Auch sie geht in die 10. Klasse. Sie möchte einmal Krankenschwester werden.

Im Gespräch mit Theara

Theara in ihrer Schuluniform der High School – ab einem gewissen Alter gehört für Mädchen ein langer Rock zur Schuluniform, so wie für Jungen eine lange Hose statt einer kurzen dazu gehört.

Auch Theara hat die Computerkurse in unserer Bildungshütte besucht.

Auch Theara hat die Computerkurse in unserer Bildungshütte besucht.

Vor dem Haus, in dem Theara mit ihrer Mutter wohnt

Vor dem Haus, in dem Theara mit ihrer Mutter wohnt

Bitte unterstützt unsere Arbeit weiterhin mit Euren Spenden, damit wir Theary, Theara und den anderen Kindern in Steng Hau helfen können, ihre Träume zu verwirklichen! Überweisungen können vorgenommen werden auf das Konto von “Zukunft für Steng Hau e.V.” bei der Deutschen Bank, Konto-Nr. 74418190, BLZ 2007002, IBAN: DE1420070024074418190, BIC: DEUTDEDBHA. Spenden sind von der Steuer absetzbar.

Mitarbeitertraining: Critical Thinking

Eigentlich sollte mein nächster Blogeintrag über die Gespräche mit unseren Englischschülerinnen Theary und Theara sein, doch da gerade vor ein paar Tagen, am 2. und 3. September, ein Mitarbeitertraining stattfand, berichte ich zunächst darüber.

Trainer Sokchea hat schon mehrere Persönlichkeitstrainings für unsere Mitarbeiter durchgeführt. Hier im großen Trainingsraum von M'lop Tapang.

Trainer Sokchea hat schon mehrere Persönlichkeitstrainings für unsere Mitarbeiter durchgeführt. Diesmal hat das Training im großen Trainingsraum von M’lop Tapang stattgefunden.

Das Thema dieses Trainings war „Critical Thinking Skills“, also „Die Fähigkeit zum kritischen Denken“. In Vorträgen, Präsentationen, Diskussionen und Gruppenübungen wurden Themen wie „Logik und kritisches Denken“, „Standards des kritischen Denkens“, „Vorteile des kritischen Denkens“ sowie „Hindernisse, kritisch zu denken“ erarbeitet.

Trainer Sokchea spricht über "Critical Thinking"

Trainer Sokchea spricht über „Critical Thinking“

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Unsere Mitarbeiter Ron, Serei Kot, Sopheap, Pnao Bol (linke Reihe) und Khem Sokha (vorne rechts) sind konzentriert bei der Sache

Es wird diskutiert...

Es wird diskutiert…

Es werden Ideen gesammelt...

Ideen werden gesammelt…

und Präsentationen vorbereitet.

… und Präsentationen vorbereitet.

Englischlehrer Kem Sokha hält eine Präsentation

Englischlehrer Kem Sokha hält eine Präsentation

Englischlehrer Pnao Bol bei seiner Präsentation

Englischlehrer Pnao Bol bei seiner Präsentation

Gruppenarbeit

Gruppenarbeit

Gruppenarbeit

Um eine größere Gedankenvielfalt und den Austausch zwischen Organisationen zu fördern, hatten wir Mitarbeiter von M’lop Tapang, dem Goodwill Center (meinem früheren Wirkungskreis) und Starfish gegen eine kleine Beteiligung an den Kosten ebenfalls zu dem Training eingeladen.

Eine Gruppenübung, die viel Spaß zu machen scheint.

Eine Gruppenübung, die viel Spaß zu machen scheint.

Sarin, der Direktor von M’lop Tapang, wo das Training stattfand und unter deren Schirmherrschaft unser Steng-Hau-Projekt ja bereits seit Anbeginn steht, berichtete als Gastredner darüber, wie ihm kritisches Denken geholfen hat, der zu werden, der er jetzt ist. Sarin war ein einfacher Fischerjunge, bis ihm durch eine Winde die linke Hand abgerissen wurde. Zunächst verdiente er sich ein wenig Geld in dem damals einzigen Supermarkt in Sihanoukville, indem er dort die Regale einräumte. Das ein paar Meter weiter gelegene Starfish Cafe beschäftigt auch heute noch Menschen mit körperlichen Behinderungen. So bewarb Sarin sich dort – es muss ca. im Jahr 2000 gewesen sein. Als 2003 die Kinderschutzorganisation M’lop Tapang aus Starfish hervorging, war Sarin mit dabei. Heute ist M’lop Tapang eine Organisation von 200 Mitarbeitern, die sich um Tausende Kinder aus den ärmsten Familien Sihanoukvilles kümmert. Sarins Geschichte war Inspiration für alle.

Sarin bei der Überreichung des Zertifikats an die als Kind an Polio erkrankte Miss Meng vom Starfish Cafe, die auch am Training teilnahm.

Sarin bei der Überreichung des Teilnahmezertifikats an die als Kind an Polio erkrankte Miss Meng vom Starfish Cafe.

Selbstverständlich erhielten zum Schluss alle Teilnehmer ein Zertifikat. Ich bin mir sicher, dass viele dieser Zertifikate jetzt voll stolz zu Hause an der Wand hängen!

Neun unserer elf Mitarbeiter mit ihren Zertifikaten.

Neun unserer elf Mitarbeiter mit ihren Zertifikaten. 3. und 4. von links Sarin und Trainer Sokchea

Alle Teilnehmer zeigen stolz ihre Zertifikate.

Alle Teilnehmer zeigen stolz ihre Zertifikate.

Wir freuen uns, dass wir mit dem von uns angebotenen und von Ihren Spenden ermöglichten Training so vielen Teilnehmern neues und interessantes Wissen für ihre weitere Arbeit in ihren jeweiligen Organisationen mit auf den Weg geben konnten! Ein großer Dank geht an M’lop Tapang für die Bereitstellung des Trainingsraumes sowie natürlich ganz besonders an den engagierten Trainer Sokchea!

Spenden für die Unterstützung unserer Arbeit können auf das Konto von “Zukunft für Steng Hau e.V.” bei der Deutschen Bank, Konto-Nr. 74418190, BLZ 2007002, IBAN: DE1420070024074418190, BIC: DEUTDEDBHA, überwiesen werden. Spenden sind von der Steuer absetzbar.

Darf ich vorstellen: Samnang, Theary und Theara aus unseren Englischklassen

Bei meinem diesjährigen Besuch in Steng Hau hatte ich die Gelegenheit, Samnang, Theary und Theara, drei unserer Englischschülerinnen und -schüler, bei sich zu Hause zu besuchen und mich mit ihnen über ihr Leben und ihre Zukunftspläne zu unterhalten.

Samnang

Samnang

Theary

Theary

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Theara

Das erste Gespräch führte ich mit Nath Samnang. Samnang (Nath ist der Familienname, und der steht, anders als bei uns, VOR dem persönlichen Namen) hatte ich bereits 2011 kennen gelernt. Damals wollte ich eigentlich etwas über die Qualität des Unterrichts erfahren und hatte ihn zu dem Zweck besucht. Leider hatte man dem armen Jungen meinen Besuch wohl nur mit dem Worten angekündigt, dass die fremde Ausländerin einmal mit ihm sprechen möchte, so dass er befürchtete, etwas Schreckliches ausgefressen zu haben und nun von mir nach eingehender Befragung vom Unterricht ausgeschlossen zu werden. Er saß wie ein kleines Häuflein Elend vor mir, zitternd und schlotternd vor Angst, und ich hatte keine Ahnung, dass er vor MIR solche Angst hatte! Erst gegen Ende des Gesprächs fragte ich nach und erfuhr es – es tut mir heute noch leid, dass ich ihn damals in diese Situation gebracht habe!

Samnang bei unserem ersten Gespräch 2011

Samnang bei unserem ersten Gespräch 2011

Doch zum Glück ist Samnang inzwischen natürlich älter und verständiger geworden, und außerdem hatte ich ihm extra ausrichten lassen, dass ich mich einfach für seinen Werdegang interessiere, so dass er diesmal zwar noch sehr schüchtern war, aber keine Angst hatte.

Immer noch ein bisschen schüchtern - Samnang während des Gesprächs mit mir

Immer noch ein bisschen schüchtern – Samnang während des Gesprächs mit mir

Samnang hatte 2011 nur für drei oder vier Monate den Englischunterricht besucht und ist jetzt erst seit kurzem wieder dabei. Sein Englisch ist also noch nicht sehr gut, so dass Thet während des Gesprächs übersetzt hat. Ich erfuhr, dass Samnang in die 4. Klasse der öffentlichen Schule geht und abends die Englischklasse unseres Lehrers Tieng Sophap besucht. 

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Neugierige haben sich sofort um uns versammelt – es kommen nicht oft Ausländer nach Steng Hau

Wie alt Samnang genau ist, konnte ich nicht herausfinden – das ist in Kambodscha immer eine etwas schwierige Sache, denn man zählt anders als bei uns, und vor allem weiß fast keiner, in welchem Jahr nach unserer Zählung er geboren wurde. Man weiß nur das chinesische Sternzeichen. Nun, Samnang ist eine Ziege, und zum Glück ist es ja leicht, über das Internet herauszufinden, wann es Jahre der Ziege gab. Das für Samnang in Frage kommende Jahr der Ziege dauerte von Februar 2003 bis Januar 2004. Er ist also 11 oder 12 Jahre alt.

Samnang ist diesmal schon viel selbstbewusster

Schräg hinter Samnang im geblümten Shirt seine Großmutter

Weiter erfuhr ich von Samnang, dass, wie bei so vielen Kindern in Kambodscha, auch bei ihm die Familiensituation nicht einfach ist. Er lebt bei seiner Großmutter im Haus des vor zehn Jahren verstorbenen Großvaters. Seine Mutter lebt irgendwo zusammen mit zwei jüngeren Söhnen, keiner scheint so richtig zu wissen, wo sie lebt. Ab und zu, zum Beispiel zu Khmer Neujahr im April, kommt sie zu Besuch. Samnangs Vater lebt im Norden des Landes in Battambang als Landarbeiter. Auch ihn sieht Samnang nur einmal im Jahr. Samnang hat Glück, im Moment muss er nur zu Hause beim Kochen und Putzen helfen. Er hat jedoch auch schon zeitweilig in einem der vielen Steinbrüche Kambodschas gearbeitet und dort Steine geschleppt. Er möchte einmal Lehrer werden.

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Über die Gespräche mit Theary und Theara werde ich in einem nächsten Post berichten!

Wir bedanken uns für alle bisherigen Spenden und hoffen auf weitere Unterstützung unseres Projekts! Überweisungen können vorgenommen werden auf das Konto von “Zukunft für Steng Hau e.V.” bei der Deutschen Bank, Konto-Nr. 74418190, BLZ 2007002, IBAN: DE1420070024074418190, BIC: DEUTDEDBHA. Spenden sind von der Steuer absetzbar.

Besuch in Steng Hau im März 2015

Auch in diesem Jahr hatte ich die Gelegenheit, im März nach Kambodscha zu reisen und unser Projekt in Steng Hau zu besuchen. Ich hatte einen jungen Kambodschaner, Kearith, darum gebeten, mich nach Steng Hau zu begleiten und dort Fotos zu machen, so dass ich mich besser auf die Gespräche mit unseren Mitarbeitern konzentrieren konnte. Kearith fühlte sich in unserer Bildungshütte sofort wohl und ließ sich auch gleich mit den Kindern ablichten – alle Kambodschaner lassen sich liebend gern fotografieren, wobei das Victory-Zeichen nie fehlen darf.

Kearith, von unseren Kindern begeistert umringt.
Kearith, von unseren Kindern begeistert umringt…
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… während sie bei mir zurückhaltender sind.

Die Kinder versammelten sich bei unserer Ankunft sofort im Unterrichtsraum, wo ich ihnen in einer kleinen Ansprache ans Herz legte, weiterhin regelmäßig in die Bildungshütte zu kommen und fleißig zu lernen, was die Kinder auch eifrig versprachen. Es ist immer wieder schön zu sehen, wie sehr die Kinder lernen wollen!

Ab geht’s in den Unterrichtsraum

Eine kleine Ansprache an die Kinder – Thet übersetzt

Thet versteht es in seiner ruhigen Art, die Kinder zu fesseln.

Die Kinder hören gebannt zu
Die Kinder hören gebannt zu
Unsere Räume haben keine Glasscheiben in den Fenstern und auch keine Fensterläden, daher sind sie alle mit Draht vergittert.
Unsere Räume haben keine Glasscheiben in den Fenstern und auch keine Fensterläden, daher sind sie alle mit Draht vergittert.

Unsere Bildungskurse werden weiterhin sehr gut angenommen. Neben den Englischklassen findet regelmäßig Brückenunterricht in Khmer für diejenigen Kinder statt, die erst wieder Anschluss an den Unterricht in der öffentlichen Schule finden müssen. Der Computerunterricht wird mittlerweile in zwei Schichten täglich durchgeführt, da so viele Kinder daran Interesse haben. Zudem gehören Gespräche unserer Lehrkräfte und Sozialarbeiterinnen mit den Familien von Steng Hau zum regelmäßigen Programm.

Die Englischklasse unseres neuen Lehrers Khem Sokha.

Die Englischklasse unseres neuen Lehrers Khem Sokha findet außerhalb unserer Bildungshütte im Ortsteil Otres statt

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Computerunterricht - der Raum ist etwas geräumiger als die anderen, damit die Computer nicht überhitzen
Computerunterricht – dieser Raum der Bildungshütte ist etwas geräumiger als die anderen, damit die Computer nicht überhitzen

Ganz besonders reges Treiben herrschte während meines Besuchs auf unserem Spielplatz. Dieser ist wirklich schön geworden und in Steng Hau einmalig. Schaukeln und Wippen sind überall in Kambodscha bekannt, aber ein Klettergerüst wie das unsere ist schon etwas ganz Besonderes.

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Unser Klettergerüst ist etwas ganz Besonderes

Unser Klettergerüst ist etwas ganz Besonderes

 

Doch auch ganz einfache Spielgeräte wie der Stamm einer gefällten Palme zum Balancieren oder aufeinander gestapelte Autoreifen werden von den Kindern mit Freude angenommen.

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Ein Turm aus Autoreifen…

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… und rechts die beiden Palmenstämme zum Balancieren

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Mit alten Autoreifen kann man viel machen...

Mit alten Autoreifen kann man äußerst kreativ sein…

Leider haben wir momentan keine Rutsche mehr, denn die alte war so verrostet, dass akute Einsturzgefahr bestand. Nicht nur für eine neue Rutsche sind Eure großzügigen Spenden herzlich willkommen!

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Der Pfosten steht nicht mehr auf dem unteren Teil, sondern ist komplett durchgerostet und zur Seite gerutscht

Vor kurzem konnte auf dem Gelände der Bildungshütte auch endlich ein neu geschaffenes Logo unseres Vereins angebracht werden – auf Englisch und Khmer. So erfahren die Dorfbewohner und internationalen Besucher des Geländes, dass unser Verein diese Hilfe leistet. Da es in Kambodscha keine einheitliche Umschrift des Khmer gibt, wird Steng Hau immer wieder unterschiedlich geschrieben. Ich hatte mich für eine Schreibweise entschieden, die für Deutsche am nächsten an die tatsächliche Aussprache heran kommt.

Oben rechts unser Logo, links das Logo von M'lop Tapang, der Organisation, unter deren Schirmherrschaft wir in Steng Hau operieren.

Oben rechts unser Logo, links das Logo von M’lop Tapang, der Organisation, unter deren Schirmherrschaft wir in Steng Hau operieren.

Natürlich hatten wir auch eine Besprechung mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die bis auf zwei alle erschienen waren. Es sind einige neue dabei – unser früherer Projektmanager Chan Sophal, der hauptberuflich Lehrer an der öffentlichen Schule war, und unsere frühere Sozialarbeiterin Chanthy sind, wie so viele Erwachsene der Region, als Fabrikarbeiter nach Korea bzw. Thailand gegangen. Es ist für Kambodscha ein großes Problem, dass qualifizierte Kräfte das Land verlassen. Und auch für diejenigen, die ins Ausland gehen, ist es nicht leicht. Sie waren in der Heimat als Lehrer oder Sozialarbeiter bei allen anerkannt, als Fabrikarbeiter dagegen machen sie die Arbeit, die sonst niemand machen möchte. Und sie vermissen natürlich ihre Familien.

Gespräche vor dem Meeting

Gespräche vor dem Meeting

Rechts Thet, der Initiator und Manage des Projekts

Rechts Thet, der Initiator und Manager des Projekts, links zwei der neuen Mitarbeiter

Ich hatte jedem unserer Mitarbeiter als kleines Geschenk eine Sonnenbrille aus dem Outlet-Verkauf mitgebracht

Ich hatte jedem unserer Mitarbeiter als kleines Geschenk eine Sonnenbrille aus dem Outlet-Verkauf mitgebracht

Die Mitarbeiter probieren ihre neuen Sonnenbrillen

Jeder probiert und inspiziert seine neue Sonnenbrille

Gruppenbild nach Abschluss des Meetings

Gruppenbild nach Abschluss des Meetings

Wir bedanken uns für alle bisherigen Spenden und hoffen auf weitere Unterstützung unseres Projekts! Überweisungen können vorgenommen werden auf das Konto von “Zukunft für Steng Hau e.V.” bei der Deutschen Bank, Konto-Nr. 74418190, BLZ 2007002, IBAN: DE1420070024074418190, BIC: DEUTDEDBHA. Spenden sind von der Steuer absetzbar.

Nach einem erfüllten Vormittag in der Bildungshütte geht es zum Mittagessen nach Hause

Nach einem erfüllten Vormittag in der Bildungshütte geht es zum Mittagessen nach Hause

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Bis zum nächsten Mal!

Computer- und Kleiderspenden aus Belgien

Im August wurde unser Projekt in Steng Hau durch Sachspenden reich beschenkt: Jan, Christel, Linda und Hendrik von „A heart for Cambodia“ in Belgien hatten es geschafft einen ganzen Container voll mit Computern, Kleidung und Schulmöbeln nach Sihanoukville zu schiffen und – gegen einen nicht zu geringen Obulus in Form eines erheblichen Anteils der verschifften Waren – auch durch den Zoll zu bekommen. Auf diese Weise erhielten wir in Steng Hau 10 zwar gebrauchte, aber tip top hergerichtete Computer, bergeweise Kleidung, die an die Kinder verteilt wurde, sowie Schulbänke und –tische. Vielen herzlichen Dank nach Belgien! Nun müssen wir uns in naher Zukunft keine Gedanken darüber machen, dass womöglich der ein oder andere neue Computer angeschafft werden muss, was unser Budget sehr belasten würde.

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Unsere Mitarbeiter kurz vor dem Verteilen der Kleidung

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Jan und Linda beim Besuch in Steng Hau, im Hintergrund die mitgebrachten Schulmöbel.

Jan und Linda beim Besuch in Steng Hau, im Hintergrund die mitgebrachten Schulmöbel.

Besucht gern auch meinen Reiseblog: http://kambodschaimpressionen.wordpress.com/